Die Kurzantwort
Die Breite ergibt sich aus der Fläche, die Sie geschützt nutzen möchten, plus etwas Reserve an den Seiten. Die Tiefe sollte Tisch, Stühle und den Weg dahinter abdecken. Die Höhe am Wandanschluss richtet sich nach Fenstern, Türen und Rollladenkästen und zusammen mit der Tiefe nach dem Gefälle, das der Hersteller vorgibt. Prüfen Sie außerdem, ob die geplante Größe zu den Grenzen der Bauordnung Ihres Landes passt.
Eine Terrassenüberdachung wird nach Maß gekauft, aber nur selten nach Plan. Oft orientiert man sich an der Breite der Terrasse und stellt später fest, dass der Tisch zur Hälfte im Regen steht oder die Tür des Wohnzimmers am Wandprofil anstößt. Mit ein wenig Vorbereitung lässt sich das vermeiden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Maße Sie nehmen sollten und wie Breite, Tiefe, Höhe und Gefälle zusammenhängen.
Breite: von der Nutzung her denken
Die Breite ist das Maß entlang der Hauswand. Fragen Sie sich zuerst, was unter dem Dach stattfinden soll: ein Esstisch, eine Lounge, ein Platz für den Grill? Stellen Sie die Möbel probehalber auf und messen Sie die Fläche, die sie einnehmen, samt Platz zum Zurückschieben der Stühle.
Planen Sie an den Seiten eine Reserve ein. Regen fällt selten senkrecht, und bei Wind wird auch der Rand unter dem Dach nass. Wer die Seiten später mit Seiten- oder Schiebewänden schließen möchte, sollte die Breite so wählen, dass die Wände an sinnvoller Stelle stehen.
Messen Sie außerdem die freie Wand: Wo enden Fassade, Fallrohre, Lampen, Außensteckdosen? Ein Pfosten sollte nicht vor einer Tür oder mitten im Weg stehen. Die Pfostenpositionen stehen in der Maßzeichnung des Herstellers.
Tiefe: Tisch, Stühle und Weg
Die Tiefe ist das Maß von der Wand nach vorne. Sie entscheidet, wie viel Fläche wirklich geschützt ist. Rechnen Sie so: Abstand von der Wand bis zum Tisch, die Tiefe des Tisches, Platz für Stühle auf der Gartenseite und einen Durchgang dahinter. Bei einer Lounge kommt die Tiefe des Sofas samt Beinfreiheit hinzu.
Größere Tiefen bedeuten längere Sparren. Damit steigen Gewicht und Lasten, und die Hersteller geben oft maximale Tiefen je Modell an. Viele Landesbauordnungen begrenzen außerdem Fläche und teils Tiefe verfahrensfreier Terrassenüberdachungen. Bevor Sie sich auf ein Maß festlegen, prüfen Sie deshalb die Regeln Ihres Landes im Ratgeber Terrassenüberdachung und Carport: Wann ist eine Baugenehmigung nötig?.
Höhe am Wandanschluss
Bei einem Anlehndach sitzt das Wandprofil an der Hauswand. Es muss über allem liegen, was dort öffnet oder hervorsteht: Fenster, Terrassentüren, Rollladenkästen, Markisen, Lampen. Messen Sie die Höhe der höchsten Oberkante und planen Sie etwas Abstand darüber ein, damit Rollläden und Türen frei laufen.
Vorne an der Rinne ist das Dach tiefer, weil es Gefälle braucht. Prüfen Sie, dass dort noch genug Durchgangshöhe bleibt, damit niemand den Kopf einziehen muss. Wenn die Terrasse zum Garten hin abfällt, ändert sich die Höhe zusätzlich.
Gefälle: damit das Wasser abläuft
Ein Terrassendach braucht eine Neigung, damit Regen in die Rinne läuft und Laub nicht liegen bleibt. Wie viel Neigung ein Modell braucht, gibt der Hersteller in der Anleitung an, oft als Winkel in Grad oder als Höhenunterschied je Meter Tiefe.
So rechnen Sie grob: Höhe am Wandanschluss minus Höhenunterschied über die Tiefe ergibt die Höhe vorne an der Rinne. Bei großer Tiefe wird der Unterschied größer. Ist die Wand niedrig, kann das die mögliche Tiefe begrenzen. In diesem Fall hilft eine freistehende Überdachung, die unabhängig von der Wand steht. Mehr dazu im Ratgeber Anlehndach oder freistehend?.
Abstand zur Wand und zur Grenze
Bei freistehenden Dächern bleibt zwischen Dach und Wand ein Spalt. Planen Sie ihn so, dass Wasser nicht an die Fassade läuft, oder nutzen Sie ein Abdeckprofil. Zur Grundstücksgrenze gelten die Regeln zu Abstandsflächen Ihres Landes; außerdem sollte das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück bleiben.
Die Messliste
- Freie Wandbreite und Lage von Fenstern, Türen, Fallrohren und Lampen
- Fläche der Möbel samt Bewegungsraum
- Höhe der höchsten Oberkante an der Wand
- Gefälle der Terrasse zum Garten
- Abstand zur Grundstücksgrenze
- Ort für Fallrohr und Wasserableitung
Mit diesen Maßen vergleichen Sie die Angaben im Datenblatt: Breite, Tiefe, Höhe am Wandanschluss, Höhe vorne und die Pfostenabstände.
Passende Modelle
Terrassenüberdachungen finden Sie unter Terrassenüberdachungen. In den Filtern Breite und Tiefe grenzen Sie die Liste auf Ihre Maße ein; die Angaben stehen so, wie der Händler sie nennt.
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Häufige Fragen
Ist eine größere Überdachung immer besser?
Nicht unbedingt. Eine sehr tiefe Überdachung nimmt dem dahinterliegenden Raum Licht, und große Flächen können eine Baugenehmigung nötig machen. Planen Sie die Größe nach der Nutzung, nicht nach der maximalen Fläche.
Was mache ich, wenn das Wandprofil wegen der Fenster nicht hoch genug sitzen kann?
Dann wird entweder die mögliche Tiefe kleiner, weil das Gefälle Höhe kostet, oder Sie wählen eine freistehende Überdachung oder ein Modell mit geringerer Neigung, sofern der Hersteller sie vorsieht.
Muss ich die Breite genau auf meine Terrasse abstimmen?
Die Überdachung darf schmaler oder breiter als der Belag sein. Wichtig ist, dass die Pfosten auf festem Grund stehen und nicht im Weg sind.
Kann ich eine Überdachung kürzen lassen?
Bei Aluminiumsystemen liefern viele Hersteller nach Maß oder in festen Rastern. Holzgestelle lassen sich vor Ort anpassen. Was möglich ist, steht in der Beschreibung des Modells.
