Terrassenüberdachung: Glas oder Polycarbonat?

Redaktion Überdachungsfinder · Zuletzt geprüft: · 6 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

Verbundsicherheitsglas ist klar durchsichtig, kratzfest und hält bei einem Bruch die Bruchstücke zusammen, ist aber schwer und belastet Gestell und Wand stärker. Stegplatten aus Polycarbonat sind deutlich leichter, streuen das Licht und dämpfen direkte Sonne, wirken aber weniger klar und sind empfindlicher gegen Kratzer. Welche Eindeckung passt, hängt davon ab, wie viel Durchblick Sie möchten, was Gestell und Wand tragen und wie stark die Terrasse in der Sonne liegt.

Das Dach ist der Teil der Terrassenüberdachung, den Sie jeden Tag sehen. Es entscheidet darüber, wie hell es darunter bleibt, wie warm es im Sommer wird, wie laut Regen klingt und wie viel Gewicht das Gestell tragen muss. Zur Wahl stehen meist zwei Eindeckungen: Glas, in der Regel Verbundsicherheitsglas, und Stegplatten aus Polycarbonat. Beide haben ihre Berechtigung. Dieser Ratgeber zeigt die Unterschiede und hilft bei der Entscheidung.

Was ist Verbundsicherheitsglas?

Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die mit einer reißfesten, zähelastischen Folie miteinander verklebt sind. Diese Folie ist der Grund, warum VSG über Köpfen eingesetzt wird: Bricht eine Scheibe, halten die Bruchstücke an der Folie fest, statt herabzufallen. Einfaches Einscheiben-Sicherheitsglas zerfällt beim Bruch dagegen in kleine Krümel. Welchen Glasaufbau ein Modell hat, etwa die Dicke der Scheiben, gibt der Hersteller im Datenblatt an.

Glas ist klar: Unter einem Glasdach sehen Sie den Himmel, Bäume und Wolken, fast als säßen Sie im Freien. Es ist kratzfest und behält seine Oberfläche über viele Jahre. Laub und Staub lassen sich mit Wasser und einem weichen Abzieher entfernen.

Der Nachteil ist das Gewicht. Glas ist deutlich schwerer als Kunststoff. Gestell, Fundamente und bei Anlehndächern auch die Hauswand müssen diese Last zusätzlich zu Schnee und Wind tragen. Deshalb haben Glasdächer oft kräftigere Profile oder engere Sparrenabstände. Auch der Aufbau ist anspruchsvoller: Große Glasscheiben verlegt man nicht allein, und sie müssen exakt in den Profilen liegen.

Was sind Stegplatten?

Stegplatten sind Kunststoffplatten mit Hohlkammern. Zwischen Ober- und Unterseite verlaufen dünne Stege, daher der Name. Für Terrassendächer sind sie meist aus Polycarbonat, einem schlagzähen, festen Kunststoff. Durch die Kammern sind die Platten leicht und trotzdem steif.

Stegplatten streuen das Licht. Es bleibt hell unter dem Dach, aber Sie sehen den Himmel nicht so klar wie durch Glas. Es gibt klare, opale (milchige) und getönte Ausführungen. Opale und getönte Platten lassen weniger direkte Sonne durch und mindern so die Wärme an heißen Tagen.

Der große Vorteil ist das geringe Gewicht. Das Gestell kann leichter ausfallen, die Hauswand wird weniger belastet, und die Montage ist einfacher. Polycarbonat ist von Natur aus empfindlich gegen UV-Licht. Platten für den Außeneinsatz haben deshalb eine UV-Schutzschicht auf einer Seite, die nach oben zeigen muss. Die Oberfläche ist weicher als Glas und kann bei falscher Reinigung verkratzen.

Der Vergleich im Überblick

MerkmalVerbundsicherheitsglasStegplatten aus Polycarbonat
Durchsichtklarlichtstreuend, je nach Ausführung klar, opal oder getönt
Gewichtschwerleicht
Oberflächekratzfestweicher, nur mit milden Mitteln reinigen
Geräusch bei Regenleiser Klangdeutlicher hörbar
Montagemit Helfern, sorgfältiges Einlegeneinfacher, Platten zuschneidbar
Wärme bei Sonneklares Glas lässt viel Sonne durchopale oder getönte Platten dämpfen direkte Sonne

Wärme im Sommer

Unter jedem Dach, das Sonnenlicht durchlässt, kann es an heißen Tagen warm werden. Bei klarem Glas ist das am deutlichsten. Abhilfe schaffen eine Beschattung: Markisen, die auf dem Dach (Aufdachmarkise) oder darunter (Unterdachmarkise) laufen, oder Stoffbahnen zwischen den Sparren. Bei Stegplatten wählen Sie über die Ausführung, wie viel Licht durchkommt. Wenn die Terrasse nach Süden oder Westen liegt, lohnt sich der Gedanke an Schatten schon bei der Auswahl des Daches.

Gewicht, Statik und Wand

Ob Glas oder Stegplatten: Das Dach muss zusammen mit Schnee und Wind sicher getragen werden. Welche Lasten ein Modell aufnehmen kann, steht im Datenblatt des Herstellers. Achten Sie dabei auf die Einheit und darauf, für welche Größe und Eindeckung die Angabe gilt. Bei Anlehndächern kommt die Hauswand hinzu. Ein schweres Glasdach braucht eine tragfähige Wand und eine passende Befestigung. Bei gedämmten Fassaden oder unklarem Mauerwerk sollte ein Fachbetrieb die Befestigung prüfen.

Welche Eindeckung für wen?

  • Glas passt, wenn Sie freien Blick nach oben möchten, das Dach lange wie neu aussehen soll und Gestell und Wand das Gewicht tragen. Planen Sie eine Beschattung ein, wenn die Terrasse viel Sonne bekommt.
  • Stegplatten passen, wenn das Dach leicht sein soll, Sie selbst montieren möchten oder die Wand wenig trägt. Opale Platten sind eine gute Wahl für sonnige Terrassen, auf denen blendfreies Licht wichtiger ist als Durchblick.

Manche Hersteller bieten dasselbe Gestell mit beiden Eindeckungen an. Dann wählen Sie die Variante im Detailfenster.

Passende Modelle

Terrassenüberdachungen mit Glasdach oder Stegplatten finden Sie unter Terrassenüberdachungen; im Filter Dacheindeckung grenzen Sie die Liste ein. Ob ein Dach eine Baugenehmigung braucht, regelt die Bauordnung Ihres Bundeslands; einen Überblick gibt unser Ratgeber.

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Häufige Fragen

Ist ein Glasdach sicher, wenn ein Ast darauf fällt?

Verbundsicherheitsglas ist dafür gemacht, dass Bruchstücke nach einem Bruch an der Folie haften bleiben. Unzerbrechlich ist es nicht. Eine beschädigte Scheibe sollte zeitnah getauscht werden.

Werden Stegplatten mit der Zeit gelb?

Polycarbonat ist ohne Schutz empfindlich gegen UV-Licht. Platten für Terrassendächer haben deshalb eine UV-Schutzschicht. Wichtig ist, dass sie nach oben zeigt und bei der Reinigung nicht beschädigt wird. Was der Hersteller zur Haltbarkeit angibt, steht im Datenblatt.

Ist Regen unter Stegplatten lauter?

Ja, Regen ist auf Stegplatten meist deutlicher zu hören als auf Glas. Wie stark, hängt von der Plattendicke und der Befestigung ab.

Kann ich später von Stegplatten auf Glas wechseln?

Nur, wenn der Hersteller das für das Gestell vorsieht. Glas ist schwerer und braucht oft andere Profile und Sparrenabstände. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach.

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